Der BOAS - Verlag

Seit Ende 2009 gibt es den Boas - Verlag. Buecherveraendernleben hatte nun Gelegenheit mit dem Verlagsgründer Friedhelm von der Mark ein Interview zu führen.

 

Lieber Friedhelm von der Mark, seit wann gibt es den Boas Verlag und warum haben Sie ihn gegründet?

Der BOAS-Verlag wurde im November 2009 gegründet und das erste Buch erschien dann im
Februar 2010. Viele Freunde von mir und auch ich selbst lesen gerne Romane und Erzählungen. Immer wieder
fragten wir uns aber, nach dem Lesen neu erschienener Romane aus christlichen Verlagen, was
nun eigentlich das „Christliche“ an diesem oder jenem Buch ausmache. Und immer häufiger
fanden wir darauf keine befriedigende Antwort.

Etwa zur gleichen Zeit entstand das Manuskript des Romans „Auf getrennten Wegen“, das
in unserem Freundeskreis sehr positiv aufgenommen wurde, insbesondere wegen der klaren
christlichen Aussage. Von einigen renommierten christlichen Verlagen wurde das Manuskript
jedoch abgelehnt. In einem Fall sogar mit dem Hinweis darauf, dass die christliche Botschaft zu
stark im Vordergrund stehe.

Was macht man also, wenn man den Bedarf deutlich sieht, aber kein Verlag bereit ist, ein
solches Buch zu veröffentlichen? – Man setzt sich schmollend in die Ecke und jammert über den
Unverstand der Menschen oder man gründet selbst einen Verlag. Ich habe mich für das Zweite
entschieden.
Und nach dieser Vorgeschichte war auch das Verlagsmotto bereits vorgegeben: Damit das
Christsein nicht beim Schmökern endet!

 

 

 

 

 

 

Warum heißt Ihr Verlag ausgerechnet Boas?

Ein Verlag muss natürlich auch einen Namen haben. Wir suchten einen kurzen Namen, der leicht
zu merken ist, der einen angenehmen Klang hat, der positiv belegt ist und eine Verbindung zu
dem herstellt, was unseren Verlag ausmachen sollte. Und nach einigem Suchen fanden wir dann
die biblische Person des Boas. Dieser Name beinhaltet alles, was wir uns wünschten.

Der Name Boas

• steht in der Bibel in enger Verbindung mit der spannenden Geschichte der Moabitin Ruth.

• spricht im Zusammenhang dieser Geschichte von göttlicher Gnade.

• bedeutet soviel wie "In Ihm ist Kraft" oder "In Ihm bin ich stark". In Ihm, das heißt in Gott.

• steht im Geschlechtsregister Jesu Christi. Boas war der Urgroßvater des bekannten Königs
David. Außerdem ist Boas ein Vorbild auf den Herrn Jesus.
Jeder dieser vier Punkte steht für etwas, für das auch der BOAS-Verlag stehen soll:

• Wir möchten die christliche Botschaft in spannender und unterhaltsamer Weise vorstellen.
Auch Jesus Christus benutzte Geschichten um geistliche Themen zu vermitteln: "Und er
lehrte sie vieles in Gleichnissen." (Markus 4,2)

• Wir wollen die göttliche Gnade, die sündige Menschen retten will, bekannt machen.

• Die Kraft für ein christliches Glaubensleben kann nur von Gott kommen. Deshalb weisen
unsere Bücher immer wieder nachdrücklich auf Gott und seinen Sohn Jesus Christus hin.

• Die Qualität des Glaubens hängt von der engen Verbindung zu Jesus Christus ab. Wir
möchten dazu anspornen, diese Beziehung immer wieder zu erneuern.

 

 Was unterscheidet Ihren Verlag von anderen christlichen Verlagen?

Bei der Recherche über den christlichen Buchmarkt im deutschsprachigen Raum fanden wir
im Wesentlichen zwei Gruppen von Verlagen. Zum einen gibt es da Verlage, die überwiegend
geistlich sehr tiefgehende, anspruchsvolle Literatur anbieten, und zum anderen gibt es Verlage,
die ein breites Publikum über alle christlichen Kreise hinweg mit unterhaltsamen Titeln erreichen
wollen. Es ist sicher gut, dass es beides gibt. Beides wird ohne Frage benötigt. Aber dazwischen
gibt es meiner Meinung nach eine Lücke: Eine klare christliche, tiefgehende und biblisch
fundierte Botschaft auf unterhaltsame Weise präsentiert.
So wie es auch die Bibel vormacht.
Denn sie enthält spannende Geschichten mit tiefgehenden geistlichen Belehrungen und einer
klaren Botschaft. Das ist das, was den BOAS-Verlag auszeichnen soll.

 

Das erste Buch ist auf dem Markt, was wird folgen?

Im Herbst 2011 werden wir zwei weitere Titel herausbringen
:

• Die Übersetzung des ersten Teils einer spannenden vier-teiligen Krimireihe der erfolgreichen,
amerikanischen Autorin Terri Blackstock wird unter dem Titel „Gefährliche Zuflucht“
erscheinen. Und wie Sie sich sicher denken können, beabsichtigen wir dann später auch noch
die anderen drei Teile herauszugeben.
• Außerdem wird im Herbst ein farbig illustriertes Kinderbuch unter dem Titel „Gott kann
alles“ beim BOAS-Verlag veröffentlicht. Dieses Buch ist für Kinder im Vorschul- und
Grundschulalter gedacht. Aber sicher wird an den acht lustigen Geschichten aus dem
Kinderalltag auch der eine oder andere Erwachsene seine Freude haben.

Dann arbeiten wir mit einem vielversprechenden Erstautoren daran, den ersten Teil einer vier-
teiligen Familien-Saga, die zwischen ca. 1850 und dem 1. Weltkrieg spielt, veröffentlichungsreif
zu machen. Wann das soweit sein wird, kann ich leider noch nicht abschätzen.

Zudem hat auch Richard Kilian ein paar weitere Ideen in petto. Die Umsetzung wird aber noch
einige Zeit brauchen.

Und schließlich gibt es da draußen sicher viele kreative Christen, die ihren Glauben auf
spannende und unterhaltsame Weise darstellen können und möchten. Los geht’s! Schickt uns
eure Manuskripte.


Wie sind die ersten Reaktionen auf Ihre Verlagsgründung? Gibt es vielleicht
sogar Reaktionen der "christlichen Riesen"?

Die Reaktionen reichen von Bewunderung bis Skepsis, da alle Beteiligten branchenfremd sind
und die Verlagsarbeit nebenberuflich machen.

Viel mehr und stärkere Reaktionen haben wir aber auf den ersten veröffentlichten Titel „Auf
getrennten Wegen“ erhalten. Fast alle sind äußerst positiv und viele Rückmeldungen bestärken
uns in der Überzeugung, dass wir wirklich eine Marktlücke gefunden haben.

Auch von den großen Verlagen gibt es die eine oder andere Reaktion, da ich selbst hier und da
mal Kontakt gesucht habe. Die ersten Reaktionen waren meist zurückhaltend und eher skeptisch,
aber durchaus dialogbereit. Ich bin selbst gespannt, wie sich das weiterentwickelt.

In wenigen Tagen veröffentlichen wir hier unsere Rezension zu Ihrem ersten
Buch. Sehen Sie Kritiker als leidiges Übel oder was erwarten Sie von fairer Kritik?

Ein Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss Bücher verkaufen, um dauerhaft bestehen
zu können. Bücher verkaufen kann man nur über Bekanntheit am Markt und Werbemaßnahmen.
Das beste Buch wird immer ein Ladenhüter bleiben, solange es niemand kennt. Insofern sehe ich
jede Rezension als kostengünstige Werbemaßnahme an, ausdrücklich auch negative. Denn auch
die erzeugen Bekanntheit und damit die Voraussetzung für Absatz. Es gibt viele Beispiele dafür,
dass manchmal sogar gerade negative Rezensionen einen Verkaufsschub geben.

Darüber hinaus sind Rezensionen natürlich eine Form von Feedback. Nur wenige Buchkunden
machen sich die Mühe, ihren Eindruck von einem Buch dem Verlag mitzuteilen. Und ohne
Rückmeldung ist es schwer, das zukünftige Programm zu planen. Da sind Rezensionen sicher
hilfreich, denn die Rezensenten repräsentieren (hoffentlich) einen Teil der Buchkunden und
werden zu deren Stimme. Je mehr Rezensionen es also gibt, desto breiter ist die Basis auf der das
zukünftige Programm geplant werden kann.


Insofern sehe ich Ihrer Rezension ganz entspannt und gespannt entgegen. Sie werden zu meinem
kostenlosen Berater. – Im Voraus vielen Dank dafür.

buecherveraendernleben: Wir wünschen Ihrem Verlag viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch!

 

 

 

 

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