Manfred Naegele:  Bildschirmverstörung

Wer Manfred Naegele kennt oder wer einfach nur ein lebendiges deutsches Geschichtsbuch lesen will, ist hier genau richtig. Humorvoll berichtet der Jurist und Moderator vom Südfunk Stuttgart wie er zum Fernsehen kam.

Als Student der 68 - er Generation war er einer der zum Fernsehen, wie die Jungfrau zum Kinde kam. Es ist herrlich ihn heute von längst vergessenen Zeiten schwärmen zu hören:

"Journalistische Freiheit und Unabhängigkeit waren selbstverständlich, man riskierte etwas, recherchierte und experimentierte am Puls der Zeit, auch wenn manche Programmidee oder eine kritische Umsetzung sprichwörtlich in die Hose ging."

Wen man so von seinen Anfängen reden hört, der hat wohl alles richtig gemacht. Und so plaudert Naegele dann auch munter drauf los. Er erzählt von seiner kleinen Hitparade die es zum Kultstatus brachte, wie er den deutschen Literaturpapst Marcel Reich - Ranicki verstimmte und vor allem von einer Vielzahl von Begegnungen mit Menschen die er ins Fernsehen brachte um sie den Zuschauern draußen im Ländle vorzustellen.

Als Aktiver ist Manfred Naegele längst nicht mehr auf dem Sender zu erleben. Aber seine Gedanken nun in Buchform präsentiert zu bekommen, beweist: Das Urgestein des deutschen Fernsehens kann lebendige Geschichtsbücher schreiben!

 

Klöpfer & Meyer, ISBN 978-3-86351-008-4, Preis 18, 90 Euro

Nach oben