Hermann Kinder:  Berthold Auerbach

Einmal mehr setzt Klöpfer und Meyer einen beinah in die Vergessenheit geratenen auf die Tagesordnung. Diesmal geht es um den deutsch - jüdischen Schriftsteller Berthold Auerbach, der im 19. Jahrhundert sehr bekannt war und hinter dessen Namen der große Tolstoi gleich fünfzehn Ausrufezeichen setzte.

Der große Verdienst des Germanisten Hermann Kinder sehe ich darin, dass er Originaltexte jener Zeit, die jeweils mit der Jahreszahl überschrieben sind, zu einer literarischen Einheit verschmilzt. Der Autor hat Auerbach mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt, nicht in Form einer herkömmlichen Biographie, der Verlag nennt es Collage.

Als nicht ganz einfache Persönlichkeit entsteht Berthold Auerbach vor dem Leser. Er muss ein Mann der Widersprüche gewesen sein, aber auch zugleich ein sehr empfindsamer Künstler.

Ich kannte Berthold Auerbach bislang nicht. Mit diesem Buch kenne ich einen Romancier mehr, der Deutsche und Juden miteinander versöhnen wollte. Mit seinen "Schwarzwälder Dorfgeschichten" erreichte er im 19. Jahrhundert ein internationales Publikum in großem Stile.

Mir bleibt es ein Rätsel wie dieser Mann so schnell so gründlich in Vergessenheit geraten konnte. Für mich ist dieses Buch Ausgangspunkt mehr von Auerbach kennenzulernen.

 

Klöpfer & Meyer, ISBN 978-3-86351-005-3, Preis 22, 00 Euro

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