Albrecht Gralle:  Abstieg in den Himmel

 

Man muss schon ein großer Freund des Humors sein um die folgenden 144 Seiten dieses kleinen Büchleins zu meistern.

Der Schriftsteller, gerlernter Pfarrer, nimmt seinen Berufsstand gehörig auf die Schippe. Dies an sich ist noch nicht anrüchig, aber wie er dies tut, geschieht nicht einfach so frei von der Leber weg, für mich gibt es nach 50 Seiten kein Grund zum Lachen.

Gralle erschafft den jungen Pfarrer W. und beschreibt am laufenden Band Szenen aus dessen Leben. Der Ärmste predigt und ein paar Männer stehen auf, gehen hinaus um eine Zigarette zu rauchen. Zwei ältere Damen laden ihn zum Kaffee ein und nehmen ihn ins Kreuzverhör. Später verkuppeln sie ihn dann mit der gesprächigen Adelheid . . .

Die Geschichten reißen nicht vom Hocker, sind zum Größtenteil alle schon mal erzählt worden oder der Leser entdeckt beim Lesen, dass er selbst einmal in so einer Geschichte mitgespielt hat. Noch während des Lesens habe ich mich gefragt: Soll Quantität hier Qualität überdecken?

Bücher von Albrecht Gralle lese ich gern, dies gehört jedoch nicht dazu.

 

Christian  Döring

Neukirchener, ISBN 978-3-7615-5783-9, Preis 9, 90 Euro

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