Herbert / Lewis-Jones:  77° Süd

Vor genau 100 Jahren ging Roald Amundsen als gefeierter Sieger aus dem Wettlauf gegen seinen Rivalen Robert Scott hervor, beide wollten als jeweils erste den Südpol erreichen.

Dieses Buch nun ist nicht nur eine historisch - chronologische Abhandlung um diesen Wettlauf. Zunächst einmal schildert es die Schönheit dieses kalten Kontinents. Auch James Cook erhält eine Würdigung. Er war bereits in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts auf Erkundung im ewigen Eis unterwegs.

Eine Vielzahl von historischen Fotos stellt dem Leser dann Helden und Entdecker vor, die sich auf diesem Kontinent versuchten. Historische Zeitungsseiten geben ebenfalls einen guten Eindruck, wie damals die Forscher in der Presse gefeiert wurden.

Ab Kapitel vier jedoch beginnt für mich der unumstrittene Höhepunkt des Buches. Sehr genau wird hier dargestellt wie sich Scott und Amundsen jeweils auf ihren Wettlauf vorbereiteten. Immer wieder ist auch von anderen Expeditionen zu lesen und zu schauen. Großer immer wiederkehrender Leitfaden ist jedoch der Wettlauf der beiden Kontrahenten Amundsen und Scott.

Für mich als Leser ist es sehr beeindruckend diese Zeit vermittelt zu bekommen. Das Buch versprüht etwas von der Faszination die die Entdecker damals gespürt haben müssen. Viele waren mehr als einmal auf diesem menschenunfreundlichen Kontinent. Dieses Buch nimmt sich glücklicherweise auch die Zeit Zitate einzelner Männer zu bringen. So lese ich die Aufzeichnungen eines Mannes der an einer Gletscherspalte liegt und von ihrem Anblick tief bewegt ist.

Dieses Buch ist weit mehr als nur der Bericht eines außergewöhnlichen Wettlaufes, es ist auch ein Einstieg in das große Thema Antarktis!

Theiss, ISBN 978-3-806-22555-6, Preis 29, 95 Euro

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